Kräuter und ihre Geheimnisse

Viel Wissenschaft & ein wenig Zauberpoesie

Autor: wilfried

Das Queckenabenteuer

Quecken

Eigentlich sah der Plan ganz anders aus, als wir vor zwei Jahren unsere Ranch übernahmen: Wiese pflügen, Boden mit Kompost aufpeppen, Beete und Wege anlegen, pflanzen. Fertig. Vier Wochen Arbeit, dachte ich. Von wegen. Nach dem Pflügen zeigte es sich: Der Acker saß voller Quecken. Nicht nur ein paar einzelne Exemplare. Nein, dicht an dicht wuchs das Wurzelunkraut. Strotzend vor Kraft, ein dicker Ausläufer neben dem andern. Da blieb nichts, als Schaufel für Schaufel die 160 Quadratmeter für den Heilpflanzengarten umzugraben. Denn gegen Quecken haben Stauden auf Dauer keine Chance. Vier Monate Arbeit, reichlich Muskelkater, drei Kilo weniger. Und kiloweise Queckenwurzeln, die gegen Harnwegsinfekte helfen.

Unverzichtbar: Beinwellsalbe

Beinwellwurzel

Schon meine Mutter kannte sie unter dem Namen „Kytta-Salbe“: Hatte sie sich den Fuß übertreten, einen Muskel gezerrt, die Schulter zu sehr belastet, dann „schmierte“ sie sich ein paar Tage lang die Salbe auf die schmerzende Stelle, und alles ging wieder wie geschmiert. Die Rede ist von der Beinwellsalbe, neben Arnikasalbe die wichtigste Salbe für Knochen, Muskeln und Gelenke. Sie wird aus den schwarzen Wurzeln des Beinwells, aus Olivenöl und Bienenwachs bereitet.

Zutaten:

100 ml Olivenöl
20 Gramm frische oder 10 Gramm getrocknete Beinwellwurzel
10 Gramm Bienenwachs
Salbendöschen aus der Apotheke oder sonstige kleine Gläser, die keimfrei sein müssen (am besten mit Alkohol ausreiben).

Zubereitung:

Beinwellwurzel mit einer Gemüsebürste kräftig abrubbeln und gut abspülren. Abwiegen. Danach möglichst fein schneiden. In das Olivenöl einrühren, beides zusammen im Wasserbad auf etwa 70 Grad erhitzen, dabei ständig umrühren. Temperatur etwa eine halbe Stunde halten, dabei den Beinwell immer wieder umrühren. Nach der Auszugszeit das Öl zunächst durch ein Sieb, danach noch einmal durch einen Kaffee- oder Teefilter abgießen, dabei das  Öl natürlich auffangen. Zerkrümeltes Bienenwachs einrühren, Gemisch nochmals unter ständigem Rühren im Wasserbad erhitzen, bis das Wachs vollständig geschmolzen ist (bei etwa 63 Grad schmilzt Wachs). Beinwellöl in die Salbendöschen gießen, ein Küchentuch darüberbreiten und vollständig erkalten lassen (Restflüssigkeit muss verdunsten können). Salbe danach im Kühlschrank aufbewahren, damit sie nicht ranzig wird. Sie ist so einige Monate haltbar.

Wer mag, kann die fast geruchsneutrale Beinwellsalbe mit einigen Tropfen ätherischem Öl nach Wahl „beduften“ – Rosmarin, Eukalyptus oder Fichtennadeln eignen sich, denn sie regen ebenfalls die Durchblutung an. Das ätherische Öl wird in die fertige, aber noch flüssige Salbe eingerührt. Salbendöschen beschriften, Datum der Abfüllung nicht vergessen.

Achtung: Beinwell enthält Pyrrholizidinalkaloide, die im Verdacht stehen, in größeren Mengen krebserregend zu sein. Selbstgemachte Beinwellsalbe sollte deshalb nicht über lange Zeiträume angewendet werden. Auch Schwangere sollten darauf verzichten. In der Apotheke gibt es Präparate, die aus pyrrholizidinalkaloidfreiem Beinwell hergestellt sind.

 

Ein Sonnenkind für die Haut: Die Ringelblume

Die Ringelblume -lateinisch: Calendula officinalis – ist die Hautblume par Excellence. Bei Sonnenbrand, bei gereizter Haut, bei Schürf-, Schnitt- und Stichwunden sind Ringelblumensalbe oder Ringelblumentinktur – letztere bei offenen Wunden – das Mittel der Wahl. In der Volksheilkunde wird die Ringelblume auch innerlich in Tees gegen Magen-, Darm- und Menstruationsbeschwerden verwendet. Ist sie dafür auch nicht das erste Mittel der Wahl, macht sie sich in Teemischungen jedoch gut als Schmuckdroge. Die gelben und orangefarbenen Einjährigen, die sich gerne selbst versamen, leuchten im Garten bis zum Frost. Für medizinische Zwecke verwendet man am besten die orangefarbenen Blüten, denn sie enthalten mehr Carotinoide als ihre gelben Verwandten. Neben diesem Stoff sorgen Triterpensaponine, Flavonoide, Hydroxycumarine, Polysaccharide und ätherische Öle für die Heilwirkung. Während man früher nur die Zungenblüten verwendete, nimmt man heute die ganzen Blütenköpfe, denn auch Kelchblätter und Röhrenblüten enthalten viele wertvolle Stoffe. Achtung: Wie alle Korbblütler können auch Ringelblumen bei empfindlichen Personen Allergien auslösen.

Brennnessel-Sahne-Spinat

Brennnessel mit unreifen Samen

Für Brennnessel-Spinat kann Brennnessel pur verwendet werden, das gibt einen sehr kräftigen Kräuterspinat. Milder wird das Gemüse, wenn zur Hälfte oder zwei Dritteln Spinat verwendet wird.

Zutaten für vier Personen:

etwa 500 Gramm Spinat, grob gehackt

500 Gramm Brennnesselspitzen, grob gehackt eine große Zwiebel etwas Butterschmalz oder Öl eine halbe Tasse Wasser ein halber Becher Sahne Salz, Pfeffer, Muskat

Zubereitung:

Zwiebel fein hacken. Butterschmalz oder Öl erhitzen, die Zwiebeln darin unter Rühren langsam goldgelb werden lassen. Den Spinat und die Brennnesseln zugeben, unter Rühren mitdämpfen lassen, bis das Grünzeug zusammengefallen ist. Etwas Wasser dazugeben und zugedeckt etwa vier Minuten köcheln lassen. Gewürze und Sahne zufügen, noch einmal aufkochen lassen, mit Spiegelei oder Kurzgebratenem oder einfach mit Brot servieren.

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