Die Knospen – im Bild zu sehen sind Johannisbeerknospen – werden möglichst fein geschnitten. Fotos: wg

Die Zeit des Knospensammelns ist auf ihrem Höhepunkt: Kurz bevor Bäume und Sträucher ihre allerersten Blättchen bekommen, ist der Zeitpunkt, um die dicken Knospen zu ernten und daraus Gemmo-Mittel mit Alkohol und Glycerin anzusetzen. Ich schwöre besonders auf zwei Gemmomittel: Johannisbeerknospen und Haselknospen. Erstere sind ein vorzügliches Vorbeugungs- un d Linderungsmittel bei Erkältungen, letztere helfen überraschend gut bei Nervenschmerzen. Ich hatte zum Beispiel immer mal wieder mit Trigeminusprobelemen im Gesicht zu tun – sehr unangenehm. Sobald ich nun einen ersten Anflug verspüre, greife ich zu den Haseltropfen.  Bisher immer mit Erfolg, die Schmerzen sind rasch abgeklungen.

Und so geht es: Für einen Jahresvorrat reichen zwei bis drei Esslöffel Knospen aus. Man zerschneidet sie sehr fein und übergießt sie dann je Gramm mit einer Mischung aus zehn Millilitern 70-prozentigem Alkohol (Ethanol) und zehn Millilitern 85-prozentigem pflanzlichem Glycerin. Man belässt die Knospen drei bis vier Wochen in der Flüssigkeit, schüttelt sie möglichst täglich und gießt dann vorsichtig ab, damit die Trubstoffe im Glas bleiben. Ein Teefilter leistet dabei gute Dienste.  Angeblich halten die Auszüge ohne weiteres fünf Jahre, ich selbst setze allerdings gerade von Johannisbeeren und Hasel mindestens alle zwei Jahre ein neues Gemmomittel an.

Und wie ist die Knospenmedizin, für die es schon im Altertum und bei Hildegard von Bingen Hinweise gibt, anzuwenden? Nun, für die Vorbeugung genügt es, täglich zwei bis drei Tropfen langsam im Mund zergehen zu lassen. Das schmeckt gar nicht schlecht, denn das Glycerin macht das Präparat süß. Im Akutfall nimmt man alle ein bis zwei Stunden zwei Tropfen. Achtung: Gemmopräparate sollen nicht gleichzeitig mit Kiwi, Ananas, Mango und Papaya gegessen werden!

Literatur:

Cornelia Stern: Gemmotherapie, 1924

Cornelkia Stern: Die Heilkraft der Pflanzenknospen, 2022